(Frei)Camping in Harra

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Das kleine 800 Seelendorf Harra befindet sich im Süden des Saale-Orla-Kreises in Thüringen.

Seit Pfingsten 2015 wird hier an einem Campingplatz gewerkelt, auf den wir vergangenes Wochenende einkehrten. Dem „Campingplatz am Trepplesfelsen„.

Ein paar Tage zuvor meldete ich uns telefonisch an und bei Ankunft wusste Toralf, der Inhaber, auch ohne Namen schon wer wir sind.

„Das ist ja ne coole Kiste! Kommt erstmal an.. das andere machen wir später.“

Wir richteten uns in aller Ruhe ein und ich schaute mir den Platz an. 

Hier befinden sich auf einer stufenförmigen Wiese von insgesamt über einem Hektar etwa 20 Stellplätze auf verschiedenen Höhen. Jeder Stellplatz ist mit einem Strom- und Wasseranschluss ausgestattet. Besonders schön fand ich das diese in Natursteine eingearbeitet waren und somit gar nicht auffielen.

Die Wiese wirkte auf mich wunderbar idyllisch und gar nicht wie ein Campingplatz und mit Blick auf dem Trepplesfelsen dachte ich fast wir würden irgendwo frei in Norwegen stehen.

Alles ist hier willkommen. Dauercamper, Wochenendgast, Wohnwagen, Wohnmobil, Zelt.. und auch ein Mowag der sofort wieder für Gesprächsstoff sorgte.

Auch Hunde sind hier nicht unerwünscht.

Das Gras auf dem gesamten Platz strahlt im satten Grün, auf den geschotterten Wegen ist kein Unkraut zu sehen, kein Müll liegt herum. Die Anlage ist super ordentlich und sauber. Die Sanitäranlagen befinden sich noch im Bau, ohne muss man aber nicht auskommen denn es stehen zwei kleine Container mit WC, Dusche und Waschbecken zur Verfügung. Zwischen den beiden Containern hat man die Möglichkeit sein Geschirr zu spülen.

In der Kleingastro „Hutzenstube“ gibt es rießen Portionen, wie ich beim Vorbeilaufen entdeckte. Auch hausgemachter Kuchen steht bereit.. und Ina, Toralfs Frau, lächelt genauso nett wie ihr Gatte… na das nehme ich noch genauer unter die Lupe 🙂

Als wir unser Zelt aufgebaut und alles ausgeladen hatte schickte mich mein Mann zum Zahlen. Aber Toralf war mit „ausladen“ beschäftigt und „das eilt doch nicht“.

„Du kommst zu mir wenn Du Geld möchtest, ja?“, fragte ich ihn. Er lachte und nickte. Der Mann ist tiefenentspannt… mag ich!

Genauso tiefentspannt wie er war auch der gesamte Platz. Totale Ruuuuheeeeee.

Kein Bootslärm. Stattdessen stehen Kanu und Tretboot zur kostenlosen Nutzung bereit. Schwimmen klappt hier auch prima. Über den kleinen Steg, an dem die Boote hängen, kommt man super ins Wasser. Man kann aber auch vom flachen Ufer aus rein. Auch unserer Jüngsten gefiels.

Wenig später trafen unsere Freunde ein, mit denen wir hier verabredet waren, gefolgt von meinen Schwiegereltern.

Es folgte Boot fahren, grillen, Lagerfeuer, Stockbrot, schwimmen, Karten spielen, Kindertoben… und eine geruhsame Nacht.

Am Samstagmorgen traf ich auf die „gute Fee“ des Platzes.

Die Oma hält die sanitären Anlagen in Schuss und hat neben ihrer Arbeit auch Zeit für ein Schwätzchen in dem sie mir vom Platz und von möglichen Freizeitaktivitäten erzählt. Ach ist das schön hier.. richtig familiär!

Später probierten Räubertochter und ich Inas Gastfreundlichkeit aus. Für mich gab es lecker Torte und Mini Me bekam drei Eiskugeln mit extra Sahne und Schokosoße obendrauf. Unsere Herzen waren im Sturm erobert.

Im Laufe des Nachmittags begann ich den Mowag etwas umzuräumen. Ich stellte fest das es extrem umständlich wird an Dinge in unseren Truhen ran zu kommen wenn unser Bett gebaut ist. Ich brainstormte mit meinem Mann ob wir nicht vielleicht Klappen an die Stirnseiten der Truhen bauen sollten.

Letztendlich kam ich drauf das ich einfach nur anders einräumen muss. Learning bei doing 😉

Den restlichen Tag verbrachten wir mit spazieren, schwimmen und paddeln. Am Abend war es etwas lauter auf dem Platz denn es waren ein paar größere Gruppen zum Feiern da. Dennoch konnte ich gut schlafen.

Am Sonntagmorgen gingen wir gemeinsam wandern, am Mittag probierte mein Mann zum ersten Mal unseren Gaskocher aus und servierte uns Nudeln mit Käse-Kräuter-Soße bevor wir langsam wieder zusammenpackten.

Auch das finanzielle war irgendwann mal, entspannt gemeinsam im Gras sitzend, erledigt. Ganz nach dem Motto auf Inas Bank: Was ohne Ruhepausen geschieht, ist nicht von Dauer.

Wir reisten Freitagnachmittag an und blieben bis Sonntagnachmittag. Für zwei Erwachsene, zwei Kinder, ein Kind unter 5, einem Wohnmobil, einem Zelt, Wasser, Strom, Müll und einem halben Tag zusätzlichen Aufenthalt zahlten wir 52 Euro.

Als Dankeschön für das schöne Wochenende gab es von mir etwas Trinkgeld und eine Packung Eier, mein liebstes Zahlungsmittel 😀

Diesen Platz kann man sich auf jeden Fall merken.

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