Therapiepause

Ende Mai fand meine vorerst letzte Psychotherapiestunde statt.

Als kleine Hintergrundinfo muss ich erzählen das ich meine Therapie bei einer Heilpraktikerin machte und diese nicht von der Krankenkasse übernommen wird. Ich zahlte meine Stunden also selbst.

Durch meine neue Situation, der Arbeitslosigkeit, weiß ich natürlich auch finanziell nicht genau wie es weitergeht.

Das kommunizierte ich offen mit meiner Therapeutin.. die mir schließlich in den letzten Wochen viel über offene, ehrliche Kommunikation erzählte 😉

Ich hatte erst das Gefühl als hätte sie Mitgefühl. Dann schlug die Stimmung um und es wirkte plötzlich auf mich als wäre sie böse auf mich, persönlich beleidigt. 

Ich fragte sie ob es denn möglich sei die Intervalle zu vergrößern bis ich weiß wie es finanziell weitergeht. Damit erklärte sie sich nicht einverstanden.

„Dann müssen wir eben pausieren bis Sie wieder einen Job haben.“

Die restliche Stunde, so hatte ich das Gefühl, würgte sie pflichtbewusst durch. Zwischendurch warf sie nochmal ein paar Fragen ein seit wann ich das denn wüsste das ich nicht weiter beschäftigt werde und wann ich nun offiziell arbeitslos bin. Mich überkam das Gefühl sie war nicht mit Herzblut dabei wie ich es von vorherigen Stunden kannte.

Wir, nein sie, beendete die Stunde 10 Minuten früher. Sie hatte den Anschein als „wäre es heute für mich zu viel“ dabei war das Thema gar nicht sehr schwer.

Ich hatte eher das Gefühl als wäre es zu viel für meine Therapeutin gewesen die laut eigener Aussage „die Stunden immer vollkommen aussschöpft“ und „meistens überzieht weswegen die Stunden auch etwas teurer sind“. 

Ich war völlig perplex, wusste nicht genau was da passierte und fühlte mich auch völlig im Stich und hängen gelassen.

Mit etwas Abstand betrachtet kann es natürlich möglich sein das es mir tatsächlich zu viel war und ich nicht mehr offen für diese Stunde war. Vielleicht ist das aber verständlich wenn einem spontan gesagt wird dass das nun die letzte Stunde sei und ich quasi alleine zurecht kommen muss.

Klar.. sie sagte „kriseninterventorisch“ wäre sie für mich da und wir könnten hin und wieder eine Stunde einschieben.

Die Frage die ich mir aber stelle ist: Was macht denn mehr Sinn? Eine Stunde im Monat vorbeugend zu machen oder erst zu kommen wenn wieder die Luft brennt?

Ich fühle mich unverstanden. Und bin auch etwas sauer. Ich habe im Moment auch nicht das Bedürfnis nochmal mit ihr darüber zu sprechen.

Abwarten… Tee trinken.

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3 Gedanken zu “Therapiepause

  1. Pia und das Monsterherz 13. Juni 2018 / 8:03

    Das ist sehr schade! Natürlich macht sie da ihren Job, mit dem sie Geld verdient, aber sie sollte ihre Professionalität nicht verlieren. Das tut mir leid! Ich kann dir sozialpsychiatrische Dienste empfehlen, wenn es dir schkecht gehen sollte. Kostet nichts und ich habe damit sehr gute Erfahrungen zur Überbrückung bis zum Therapieplatz gemacht.

    Gefällt 1 Person

    • Viola 20. Juni 2018 / 9:09

      Danke für Deine Zeilen. Ich hoffe ja darauf „allein“ zurecht zu kommen aber irgendwas in der Rückhand zu haben gibt halt doch ein bisschen Sicherheit…

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