Schlangenshooting – wortreiches Fazit

20180427-IsiLife-DSC09340.jpgBereits vor über zwei Wochen stand mein Schlangenshooting mit Fotografenkollegen Andreas an, von dem ich hier und hier schon berichtete.

Nun möchte ich gerne davon erzählen.

Ich hatte an diesem Tag frei was mir sehr recht kam. Eher ungeplant war dass das Shooting auf ein Kinderwochenende fiel.

Wir, mein Mann und ich, holten also meine beiden Stiefkinder ab und brachten sie mitsamt der Jüngsten zu meinen Schwiegereltern.

Am späten Nachmittag brachen wir wieder nach Hause auf. Dort packte ich all meine Sachen zusammen und wir machten uns bereit für den Abend. Mein Mann begleitete mich wieder, wie auch beim letzten Besuch im Doros.

Kurz nach 18 Uhr ging es los. Auf der Fahrt war ich wahnsinnig aufgeregt.

Mein Mann konnte mich nur wenig beruhigen. In mir kochte ein, selbst verursachter, hoher Erwartungsdruck.

Vor Ort angekommen, mit viel Gepäck unterm Arm, trat ich in den Club ein. Die Aufregung legte sich leider nicht. 

Im Club, bevor alles richtig anfing, stellte sich raus das es wohl schon vorab zu Missverständnissen kam. Geplant war das wir beide im Barbereich fotografieren. Da ich diesen als Hintergrund nicht sehr aufregend fand, hatte ich allerhand Deko und das passende Objektiv dabei. Vor Ort stellte sich raus wir hätten auch einzeln, jeder für sich, eines der Spielzimmer im Obergeschoss nutzen können. Schade um die viele Deko, die gar nicht nötig gewesen wäre. Schade dass das andere Objektiv zuhause liegt.

Naja… was solls. Show must go on.

Gatte und ich bauten auf. Ringlicht, Stativ/Hintergrund, Klapptritt (brauche ich übrigens so gut wie immer). Andreas ging mit mir die Teilnehmerliste durch, wir lernten Schlangen+Besitzer kennen, die mir recht sympathisch waren. Die Besitzer meine ich… die Schlangen waren eher nicht so gesprächig 😉

Wir machten ein paar „Probeschüsse“ bevor die ersten Gäste kamen. Mein Hintergrund musste kurzerhand wieder weichen weil er mir zuhause besser gefallen hat als im Club.

Dann ging es los…

Da das erste Paar meiner Liste noch nicht da war, das zweite aber schon, tauschte ich die beiden spontan. So viel Spontanität traute ich mir selbst gerade noch zu, was im Nachhinein vielleicht doch ungeschickt war.

Das neue erste Paar durfte noch eine freundliche Begrüßung sowie eine Kurzbesprechung mit mir genießen. Dann starteten wir mit den Fotos.

Menschen sowie Schlangen ein bisschen nervös, Schlange machte was sie wollte, ist halt nun mal ein Tier und keine Puppe. Schöne Positionen einnehmen… Pustekuchen… Ich knipste drauf los.

Die Zeit im Nacken kam gleich das nächste Paar dran. In der Hektik kam es direkt vor meine Linse ohne groß ein Wort gewechselt zu haben. Immerhin sah die Dame in ihrem Kleid bezaubernd aus und ihr Begleiter strahlte etwas Ruhe aus. Das machte mir Mut. Schönes Lächeln, Schlange etwas ruhiger… geht in Ordnung.

Das Chaos nahm seinen Lauf…

Irgendwie kam dann aber unsere Liste durcheinander, die Reihenfolge und/oder Zuordnung stimmte nicht mehr.

Ich versuchte Namen und Gesichter zusammen zu bringen, was mir eher weniger gut gelang. Die ständige Fragerei „Wer seid Ihr jetzt gleich?“ ging mir wahnsinnig auf die Nerven. Letztendlich fotografierte ich einfach wer mir gerade vor die Linse kam.

Die Zwischenmenschlichkeit kam mir leider viel zu kurz, es hatte für mich eher was von Fließbandarbeit. Ich wusste nicht wie die Menschen heißen die ich gerade fotografierte und sie wussten nicht wie oder ob sie die Schlangen festhalten sollen oder nicht. Wir sprachen auch nicht darüber welche Art von Fotos die einzelnen Paare denn im Kopf haben oder was ich mir für sie vorstellen könnte.

Der Besitzer der Schlangen kam immer wieder und half, nahm die Schlangen ab, positionierte sie anders, brachte andere Schlangen die leichter oder auch schwerer waren. Er gab sich Mühe ein bisschen lockere Atmosphäre rein zu bringen, hielt mir immer wieder meine mitgebrachten Äpfel hin und brachte den ein oder anderen Witz.

All meine Ideen, Posings, Deko völlig umsonst. Ich hielt halt drauf. Was überhaupt nicht meine Art des Fotografierens ist.

Zwischendurch probierte ich meine eigene Teilnehmerliste zu erstellen um Durchblick zu bekommen aber es war vergebens. Ich war völlig planlos.

Mein Mann schaute dem Treiben zu, zwischendurch suchte ich Trost an seiner Schulter und lehnte mich kurz an. „Das ist furchtbar“ flüsterte ich ihm zu. „Ja ich merk schon.. läuft irgendwie nicht so nach Plan“, sagte er.

Gegen halb zehn, so sagte mir mein Mann hinterher denn ich hatte überhaupt kein Zeitgefühl mehr, beendete Andreas seine Shootings. Ich hatte nochmals die Dame, die ich zu Beginn fotografierte, vor der Linse, die sich Fotos auf dem Boden liegend wünschte. Dieser Bitte ging ich nach, bevor auch ich die Shootings beendete.

Während mein Mann meine Sachen zusammenpackte (er ist der Beste!), ging ich die Fotos auf meinem Kameradisplay durch, wuselte durch die Menge, suchte meine „Models“ und vor allem Ordnung.

Ich gab allen, die ich fotografierte meine Visitenkarte und ihre Zugangsdaten. Ich schrieb mir ihre Namen auf („ach SO heißt Du also? Na schau an…. “ Oh man wie blöd!) und fertigte nun also endlich, mit Erfolg, meine eigene Liste an.

Nachdem all mein Equipment im Auto verstaut war, zog ich mich um und ging mit meinem Mann in den Restaurantbereich. Dort entspannte ich ein bisschen. Ich wechselte noch ein paar Worte mit den Schlangenbesitzern, die es ebenfalls etwas chaotisch fanden, aber mich beruhigten. Ich solle mir nicht den Kopf zerbrechen und es ginge doch darum den Laden voll zu bringen und für Stimmung zu sorgen. Naja ok.

Ich traf auf Andreas, der ebenfalls einen etwas zerstreuten Eindruck machte, und mich bat ihm morgen meine Liste der Teilnehmer zu schicken. Ich nickte.

Na irgendwie kriegen wir das alles schon wieder sortiert.

Liebling und ich liefen einmal durchs Obergeschoss, sahen uns um und fanden uns dann letztendlich ganz schnell wieder an der Bar. Wir unterhielten uns, ich quatschte nochmal mit dem Barmann.. aber kurzerhand sagte ich „Bitte lass uns nach Hause fahren und lieber daheim noch etwas ratschen“. Gesagt getan.

Auf der Fahrt nach Hause sprudelte es nur so aus mir heraus und die Ohren meines Mannes wurden vermutlich immer wunder. Vermutlich hörte er mir irgendwann, aus Selbstschutz, auch gar nicht mehr richtig zu… 😉

Zuhause kuschelten wir uns ins Bett, quatschen noch etwas über Gott und die Welt aber keinesfalls mehr über den Abend und ich kam endlich zur Ruhe.

„Was für ein Katastrophenabend!“, dachte ich am nächsten Morgen.

Mir grauste es vor den Fotos. Bis unsere Kinder gebracht wurden (was für ein Luxus), wagte ich mich immer mal wieder kurz an den Pc und schaute dann wieder meinem Mann im Hof beim Auto schrauben zu. Ich tastete mich ganz langsam an die Sache ran.

Ich fluchte und ich war tatsächlich auch mal kurz vorm Weinen…. irgendwann freundete ich mich mit den Fotos dann aber doch an und stellte fest: So schlecht sind die gar nicht. Nicht wie geplant aber auch nicht grottig.

Am Montagvormittag lud ich die ersten Vorschaufotos für die Paare hoch. Am Dienstag folgte der Rest. Je Paar gab ich ein fertig bearbeitetes Foto als Geschenk raus.

Ich suchte mir die aus, die mir selbst richtig gut gefielen (ja dazu kam es dann tatsächlich) und hatte dann sogar Spaß beim Bearbeiten.

Und dann bekam ich die erste zuckersüße Nachricht wie klasse die Fotos doch sind. Die nächste Mail trudelte ein: „Tolle Fotos! Ich bin die nächsten Tage beruflich unterwegs aber danach setzen wir uns zusammen und suchen aus.“.

Nummer 3 schrieb mir gar keine persönlichen Zeilen sondern bestellte direkt mal sieben Fotos, in der folgenden Bestellung wurden sogar elf Fotos geordert. Ein weiteres Paar entschied sich für acht Bilder.

Fazit: Der Abend selbst verlief für meinen Geschmack chaotisch, unruhig und da ist doch jede Menge Luft nach oben was die Organisation betrifft. Aber irren ist ja bekanntlich menschlich, Fehler dazu da um aus ihnen zu lernen und ich kam zu vielen, vielen Ideen was man denn anders und vielleicht auch besser machen könnte sollte ich nochmal so eine Veranstaltung mitmachen.

Im Nachhinein ist der Abend für mich kein Super-GAU mehr, aber ein Glanzleistung war er nun auch nicht. 

Ich möchte da nichts schön reden. Übrigens kommuniziere ich sowas immer ganz offen mit meinen „Models“. Manchmal klappts halt einfach nicht so wie es soll.

Trotzdem wurde ich reicher an Erfahrungen, habe tolle Menschen getroffen und auch ein paar gute Fotos gemacht.


Herzlichen Dank an Robby und seine Begleitung (feuershow-schlangenshow.de) für die Bereitschaft ihre Schlangen zur Verfügung zu stellen.

Danke ans Doros für die Gastfreundlichkeit, an IsiLife fürs Mitnehmen und ganz besonderen Dank an die Menschen die sich vor meine Linse getraut haben!

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