„Wie erzieht Ihr denn Eure Kinder?“

Mein Liebster und ich waren vergangenen Samstag in der alten Heimat.

Vielmehr meine alte Heimat und sein Zwischenstopp, bei dem er mich netterweise kennengelernt hat.

Wir gingen auf eine Veranstaltung im Cult Club, zuvor kehrten wir aber im Pub ein in dem ich früher fast täglich ein und ausging. Ein bisschen Melancholie lag also in der Luft. In diesem Pub hatten wir auch unsere erste richtige Verabredung.

Auf die „alten Tagen“ bestellte ich uns Pommes. Wie bei unserem Date damals.

Die Pommes schmeckten nicht mehr so gut wie damals. Auch der Pub hatte sich verändert. Das Publikum sowieso.

Nichts desto trotz… kamen wir mit drei jungen Kerls ins Gespräch, die vom Fußball kamen. 

Ein Sportwissenschaftler aus Heidelberg mit halblangen Haaren und Wollmütze. Einem betrunkenem Ehemann der an diesem Tag scheinbar „Ausgang“ hatte und sich etwas gehen ließ und G., Vertriebler für Lebensbaum.

Tee? Bio? Bin ich ja sowieso gleich dabei!

Wir quatschten über Tee, Geschmacksverstärker, Vegetarismus, Fleischkonsum, Hühnerhaltung, Forstwirtschaft, Leben auf dem Land…. und irgendwann kam die Frage auf „Wie erzieht Ihr denn Eure Kinder?“

Ja wie machen wir das denn überhaupt… gute Frage.

Meine Antwort war „Eher konservativ“. Mein Mann fügte hinzu: „Aber trotzdem offen.“

Und so erzählten wir also noch ein bisschen wie wir unsere Kinder denn so „erziehen“ und hatten eine gute Zeit bevor wir zu unsere eigentlichen Veranstaltung aufbrachen.

Jetzt wo ich das hier so tippe ist ein guter Moment um mal etwas zu reflektieren…

Mir ist wichtig Kinder nicht zu „erziehen“ sondern zu „begleiten“ bis sie selbstsicher ihre Flügel ausbreiten können und in die Welt hinaus können. Klingt ekelhaft esoterisch, oder? 😉

„Erziehen heißt vorleben. Alles andere ist höchstens Dressur.“
Oswald Bumke
Ich möchte motivieren, Mut machen, antreiben… „Du schaffst das!“ statt „Sei vorsichtig, Du könntest Dir wehtun.“. An die Hand nehmen und Situationen betreten die vielleicht erstmal unheimlich sind.
Unsere Jüngste zum Beispiel hat neulich im Indoorspielplatz gesagt sie traut sich nicht auf die große blaue Rutsche. Zum Schluss rutschte sie alleine immer und immer wieder. Auf dem Rücken, auf dem Bauch, mit den Füßen nach vorne und auch mit dem Kopf, die Arme nach oben gestreckt… unzählige Male. Sie war ganz stolz. Und ich auch.

Außerdem ist mir Gemeinschaftsgefühl wichtig.

Vom Tisch aufstehen und kein Geschirr in die Küche bringen geht für mich zum Beispiel gar nicht.

Jeder hat seinen Anteil in der Gemeinschaft zu leisten. Geben und Bekommen. „Bitte“ und „danke“ finde ich außerdem sehr wichtig.

Aber sonst? Ich glaube ich „erziehe“ gar nicht so viel.

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