Zeitmanagement

Im letzten Beitrag schrieb ich das unser Samstagabend nicht wie geplant lief. Davon möchte ich Euch nun etwas mehr erzählen.

Meine Freundin T., treuen Lesern längst bekannt, war am Wochenende zu Besuch in ihrer Heimat. Das war relativ spontan bzw es war nicht sicher ob es letztendlich tatsächlich klappt. Deswegen war auch nicht sicher ob oder vor allem wann wir uns sehen könnten. Sie kam mit ihrem Freund erst am späten Freitagnachmittag an und fuhr am Montagnachmittag wieder. Dazwischen, ich glaube es läuft meistens so ab wenn sie „zuhause“ sind, purer Stress. Von den Eltern zu den Schwiegereltern, zu diesen und jenen Freunden, zu Opa, zum Friseur, Feiern, Grillen….. Für mich persönlich wäre das nichts.

Wir schafften es letztendlich nicht uns zu treffen.

Was mich erstmal absolut geärgert hat und mich nun, drei Tage später, heftig zum Nachdenken angeregt hat.

Sich am Freitag, wo die beiden erst um 17 Uhr ankamen, zu treffen wäre mit unserer Kleinen undenkbar gewesen. Entweder schon total müde oder langsam müde werdend. Sie ist momentan extrem schwierig wenn sie müde ist. Mal davon abgesehen das die beiden am Freitagabend ohnehin eingeladen waren.

Es blieb also der Samstag, an dem ich aber bis mittags arbeiten musste. Wann ich genau Feierabend machen durfte war wegen einer Sonderaktion nicht absehbar. T. und ihr Freund waren abends irgendwo eingeladen.

Das Chaos nahm seinen Lauf.

Nun sollten die beiden aber schon um 16 Uhr dort sein und mein Plan geriet völlig aus dem Lot.

Ich ging vom schlimmsten Fall aus, nämlich das ich erst sehr spät Feierabend machen konnte, und uns somit vielleicht 1,5 Stunden zusammen geblieben wären. Darauf hatte ich keine Lust. Zudem redeten T. und ich irgendwie aneinander vorbei, Missverständnisse, Sätze fielen die gar nicht so gemeint waren aber fiese Gefühle auslösten…. wie das halt manchmal so ist.

Letztendlich trafen wir uns also nicht.

Und ich denke nun über mein Zeitmanagement nach. „Abends“ und „um 16 Uhr“ macht für mich einen gewaltigen Unterschied. „Jetzt übertreib mal nicht“ denken nun vielleicht die Singles und kinderlosen Paare. Mütter, Eltern werden mir nun zunicken als wären wir alle Mitglieder des Fight Clubs.kindschläftimauto.jpg

Ich gehe arbeiten. Ich mache Früh- sowie Spätschichten zwischen 6.30 und 20.30. Damit ich überhaupt arbeiten kann, muss unsere Tochter neben dem Kindergarten (der weder um 6 Uhr aufmacht, noch um 21 Uhr schließt) noch anderweitig betreut werden. Das alles gilt es zu organisieren. Dazu kommt, wie schon erwähnt, unsere Kleine quält sich im Moment so sehr mit dem Schlafen. Ich muss also zusätzlich schauen wie ich den Mittagschlaf und das abendliche ins Bett gehen time um einen Super GAU zu verhindern. Ich möchte Zeit für meine Hobbys und mich haben, Zeit mit meinem Mann verbringen, Zeit als Familie verbringen, Zeit als Patchworkfamilie….

Das ist echt ein bisschen viel.

Und so ärgerte ich mich erstmal drüber das eine Party mit kinderlosen, flexiblen, Freunden mit weniger Verpflichtungen „wichtiger“ war als das Patenkind, deren Mama und Familie. Ich bin nunmal einfach nicht so flexibel. Ich war enttäuscht darüber das wir nicht einen so hohen Stellenwert haben das die Party warten konnte.

Ich hatte auf der anderen Seite aber auch keine Lust das bei unserem Zusammensein womöglich ständig auf die Uhr geguckt wird um ja nicht den nächsten Termin zu verpassen.

Kennt Ihr das wenn die negativen Gedanken erstmal ihren Lauf nehmen? Und kennt Ihr es auch wenn diese nur noch emotional und kein bisschen rational mehr sind?

Heute, nachdem die starken Emotionen meinem rationalen Denken wieder Platz geben, bin ich ziemlich stolz auf mich.

Was ich da überhaupt alles schaffe zu organisieren.

Es gelingt mir nicht immer. Ich verzweifle oft, ich weine, ich weiß oft nicht mehr wo ich eigentlich zuerst hinsoll… aber ich glaube die meisten Zeit mache ich meinen Job sehr gut und darauf bin ich stolz.

Und das ich meine Freundin und die Patentante unserer Kleinen mal wieder zu Gesicht bekomme… das krieg ich auch noch irgendwie gestämmt.

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