Milchkuh

Wie eine Milchkuh fühlte ich mich gestern Abend als ich meine neuste Anschaffung ausprobierte.

Eine Milchpumpe. Uff.

Auch so etwas was ich nie haben wollte… neben den Schnullern, dem Familienbett und so weiter. Darüber habe ich hier schonmal geschrieben.

Aber der Reihe nach. Ich hatte am vergangenen Dienstag meine Verabredung mit einer Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie ist sehr nett und ich denke das die Chemie soweit stimmt und wir miteinander arbeiten können. Es ist anders als mit meiner Malcolm X- Therapeutin aber das muss ja nicht schlecht sein.

Ich gehe nun also wieder zur Therapie.

Oder lasse mich „coachen“ wie das inzwischen eleganter, moderner und weniger Sprung-in-der-Schüssel-mäßig ausgedrückt wird. Gleich in der ersten Stunde führte ich ihr mein gesamtes Repertoire an Gefühlen vor und fühlte mich hinterher erschöpft aber auch erleichtert. Ich rechnete ja gar nicht damit gleich in der ersten Sitzung einen Heureka-Moment zu haben… ich hatte sogar zwei!

Nummer 1.

Wenn man durch tiefen Schnee stampft, durch richtig tiefen, kniehohen Schnee, dann ist das am Anfang sehr schwer. Je öfter man diesen neuen Weg geht desto leichter wird es. Diesen neuen Weg kannte ich schon. Ab und zu schneit es vielleicht mal wieder drauf und es geht mal wieder nicht mehr so leicht. Dann muss man wieder etwas konzentrierter laufen. Ich hab es schlicht und ergreifend zuviel drauf schneien lassen.

Nummer 2.

Ein Baby ist nur so glücklich wie seine Mama. Ist die Mama unglücklich hilft auch kein Stillen, kein Kuscheln, kein Schlafen im Familienbett.

Drum entschied ich mir eine Baby-Auszeit zu nehmen, nehmen zu müssen. Ich kaufte mir gestern also das Höllengerät Milchpumpe und testete vorab. Denn heute Abend wollen mein Mann und ich das erste Mal seit der Geburt ausgehen. Meine Schwiegereltern werden für 2-3 Stunden babysitten. Ob die Kleine dann tatsächlich meine abgepumpte Milch braucht sei dahingestellt.. sicherheitshalber wird sie aber bereit stehen.

Das erste Abpumpen war für mich persönlich eine unschöne Sache und ich bin dankbar dafür das es mir bis jetzt erspart blieb, auch in Zukunft keine alltägliche Sache wird.

Ich bewundere eine junge Mutti aus meinem Geburtsvorbereitungskurs die tatsächlich 3 Monate nur abgepumpt hat bis es mit dem Stillen klappte.

Wir gehen also heute Abend aus. Ein großer Schritt für mich. Ich bin ängstlich. Ich mache mir weder Sorgen um meine Schwiegereltern, sie haben schließlich schon ein paar Enkelkinder und genug Übung, noch um Tochter, die inzwischen so viele Ereignisse locker weggesteckt hat von denen ich dachte „DAS muss nun aber aufregend für sie sein“.

Ich mache mir hauptsächlich Sorgen um mich selbst und wie sich das alles anfühlen wird.

Aber ich weiß das es, so unbequem es auch erstmal sein mag, wichtig ist für meinen neuen, alten Weg, um meine Fußabdrücke im Schnee wieder ordentlich platt zu treten.

Ach.. wie poetisch. Drückt mir einfach die Daumen 😉

 

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